Eine Reise nach Turin, eine Reise in das Werk von Cesare Pavese und vieles mehr bietet der Roman «Hotel Roma» von Pierre Adrian. Beim Lesen wandert man mit durch die Hügel des Piemonts, trinkt Wein in alten Restaurants und sowieso flirrt die Hitze und leuchtet der italienische Sommer auf allen Seiten durch. Der Roman ist das erste Buch von Pierre Adrian, das auf Deutsch vorliegt, und wurde von Karin Diemerling hervorragend aus dem Französischen übersetzt.
Mehr zum Buch:
Pierre Adrian macht sich in seinem preisgekrönten Roman Hotel Roma auf eine literarische Spurensuche. Sie beginnt in Dieppe, Nordfrankreich, wo sich der Ich-Erzähler in den sonnigen, aber leeren Wochen der Corona-Pandemie ein Versprechen gibt: Sobald die Welt wieder offen ist, will er sich auf den Weg nach Italien machen, um den letzten Sommer von Cesare Pavese zu rekonstruieren – der erfolgreiche Schriftsteller hatte sich im August 1950 im Hotel Roma in Turin das Leben genommen. Der Erzähler träumt davon, das Rascheln von Paveses Regenmantel und das Echo seiner Schritte in den Bogengängen zu hören. Eineinhalb Jahre später sitzt er wirklich auf der Piazza Maria Teresa in Turin. Er ist von Rom angereist, wo er inzwischen wohnt. Und er ist nicht allein. Sie kommt aus Paris, Turin wird zur Haltestelle ihrer Liebe. Gemeinsam lesen sie in Paveses Leben und in seinen Werken, streifen durch die Stadt und die Hügellandschaften des Piemont, die nicht mehr ganz Erde und noch nicht Himmel sind.
Pierre Adrian ist für mich eine Entdeckung, er schreibt schlicht und klar, und doch fühlt sich die Sprache satt an. Das Buch macht Lust auf Literatur und schafft es, die Zerrissenheit und gleichzeitig Grossartigkeit von Cesare Pavese zu zeigen.