Hauptsache, A13 – Geschichten vom Eilen und Verweilen von Linard Bardill und Lorenzo Custer liegen griffbereit im Handschuhfach. Dann kann der Stau gar nicht lang genug sein!
Bardill und Custer gelingt etwas Erstaunliches: In ihren Geschichten und Zeichnungen verwandelt sich die A13 von einer Betonschneise in eine funkelnde Perlenkette. Wer mit den beiden die nächste Ausfahrt nimmt, begegnet dem heiligen Nepomuk, Friedrich Nietzsche oder Hans Weiss, einem Landschaftsschützer der ersten Stunde. An der Seite der beiden Autobahnpilger geht’s ab in den Verrucano-Steinbruch von Mels, ins Zementwerk in Untervaz und in die Pizzeria von Boffalora. Während Linard Verblüffendes und Amüsantes aus der Geschichte Graubündes zum Besten gibt, zeichnet Lorenzo mit wenigen Strichen den Piz Beverin, die Vialmala oder den Bergstutz bei Sorte im Misox.
Die A13, die verkehrstechnisch St. Margrethen mit Bellinzona verbindet, verbindet in diesem Buch zwei Menschen, lässt aus einer Fahrgemeinschaft eine Freundschaft werden. «Stell dir das Misox vor ohne die Brücken von Christian Menn», sagt Custer. «Wir können uns die Schönheit der Landschaft ohne diese Rhythmisierung des Tals gar nicht mehr vorstellen.»
Die Geschichten vom Eilen und Verweilen sind ein idealer Einstieg in die Kunst, eine Autobahn mit anderen Augen zu sehen. Mein Tipp: Unbedingt in aller Ruhe lesen und dann auf keinen Fall die Autobahnausfahrt verpassen, an der du schon zigmal achtlos vorbeigefahren bist, egal ob auf der A13 oder der A1, A2, A3, A4, A5, A6, A7, A8, A9, A12, A14, A15, A16, A17, A18, A20, A21, A22, A23, A24, A25.