»Mir geht es gut, vielleicht sogar erschreckend gut.«
Dieser Titel ist auch als E-Book verfügbar.
Franco Supino lässt in seinem Roman «Annette sagt» eine kämpferische Frau ihre Lebensgeschichte erzählen. Weil zu Hause niemand Verständnis für sie hatte, kehrte Annette dem väterlichen Bauernhof den Rücken und suchte ihren Weg allein. Sie traf auf Gleichgesinnte, auf Gegenspieler und immer wieder auf François. Der angebliche Vorkämpfer der Heilpädagogik, der sich als Annettes Förderer ausgab, vertrat letztlich aber nur eigene Interessen. Um sich abzulenken, wie Anette sagt, heiratete sie den sizilianischen Gastarbeiter Concetto und fand in ihm einen stillen, verlässlichen Freund. Schritt für Schritt erreichte sie ihre Ziele, wurde Kindergärtnerin, Primarlehrerin, Heilpädagogin, Schulleiterin – bis sie nach einem letzten Kampf gegen die Windmühlen der Schulbehörden wütend kündigte. Der Preis dafür war hoch, aber wer will schon, redet sich Annette ein, mit bald sechzig noch einmal Anlauf nehmen und abheben? Doch genau das macht sie. Nach Concettos Tod reist Annette nach Amerika und findet ein beinahe filmreifes spätes Glück.
Franco Supino, 1965 geboren, wuchs als Kind italienischer Eltern in Solothurn auf. Schon als Schüler veröffentlichte er Texte in Anthologien, Zeitschriften und beim Radio. Er studierte in Zürich und Florenz Germanistik und Romanistik und war viele Jahre Dozent für Deutschdidaktik. Sein erster Roman Musica Leggera erschien 1995, es folgten fünf weitere Romane, zuletzt Spurlos in Neapel (2022), und zahlreiche Bücher für Kinder und Jugendliche. Franco Supino engagiert sich auch kulturpolitisch: als Stiftungsratspräsident der Mazzinistiftung und Vizepräsident von Büro Bichsel. Er ist freier Autor und lebt in Solothurn.